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wiki:1878_kaltbrunner_rezension

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 weniger an die Reisenden von Beruf, als an die Dilettanten, an die Touristen und alle Diejenigen, für welche das Reisen nur eine nebensächliche Beschäftigung ist. Der leicht fassliche Ton des Buches macht es allerdings für diese geeignet, ohne dass die Bedeutung desselben für den wissenschaftlichen Reisenden dadurch gemindert würde. Denn für sein Specialfach bedarf der Gelehrte keines „Manuel", sondern nur für diejenigen Gebiete, auf denen er nicht zu Hause ist, und auf denen er, vermöge seiner geistigen Geschultheit − wir möchten sagen − einen erleuchteten Dilettantismus entfalten kann. weniger an die Reisenden von Beruf, als an die Dilettanten, an die Touristen und alle Diejenigen, für welche das Reisen nur eine nebensächliche Beschäftigung ist. Der leicht fassliche Ton des Buches macht es allerdings für diese geeignet, ohne dass die Bedeutung desselben für den wissenschaftlichen Reisenden dadurch gemindert würde. Denn für sein Specialfach bedarf der Gelehrte keines „Manuel", sondern nur für diejenigen Gebiete, auf denen er nicht zu Hause ist, und auf denen er, vermöge seiner geistigen Geschultheit − wir möchten sagen − einen erleuchteten Dilettantismus entfalten kann.
  
-Was der Verfasser hat thun können, um sein Buch nutzbringend zu machen, hat er gethan; aber eben weil es vornehmlich ein Buch der Erfahrung ist, so sind seiner Wirksamkeit die [[Grenzen |Grenzen]] gesteckt, welche das, jedem Menschen anhaftende Widerstreben: sich die Erfahrungen Anderer zu Nutze zu machen, aufrichtet.+Was der Verfasser hat thun können, um sein Buch nutzbringend zu machen, hat er gethan; aber eben weil es vornehmlich ein Buch der Erfahrung ist, so sind seiner Wirksamkeit die [[Grenze|Grenzen]] gesteckt, welche das, jedem Menschen anhaftende Widerstreben: sich die Erfahrungen Anderer zu Nutze zu machen, aufrichtet.
  
 Um so mehr erscheint es als eine Pflicht der Besprechung, nachdem der Inhalt an der eigenen Erfahrung geprüft ist, das Buch allseitiger Berücksichtigung zu empfehlen. Die blosse Lectüre wird natürlich weder einen Reisenden noch einen Beobachter hervorbringen; zwischen dem behaglichen Studium des schön gedruckten Werkes und der rauhen Wirklichkeit liegt noch eine tiefe Kluft, und in praxi wird man bald erkennen, dass ein Reisender sich nicht so vielseitig bethätigen kann, wie ein „Manuel" es voraussetzen muss. Daraus aber entsteht für das Buch selbst kein Vorwurf; denn wenn dieses auf alle Widerwärtigkeiten und Hemmnisse Rücksicht nehmen wollte, die den Reisenden treffen können, so würde es über lauter „Wenn" und "Aber" seinen Zweck nicht erreichen. Um so mehr erscheint es als eine Pflicht der Besprechung, nachdem der Inhalt an der eigenen Erfahrung geprüft ist, das Buch allseitiger Berücksichtigung zu empfehlen. Die blosse Lectüre wird natürlich weder einen Reisenden noch einen Beobachter hervorbringen; zwischen dem behaglichen Studium des schön gedruckten Werkes und der rauhen Wirklichkeit liegt noch eine tiefe Kluft, und in praxi wird man bald erkennen, dass ein Reisender sich nicht so vielseitig bethätigen kann, wie ein „Manuel" es voraussetzen muss. Daraus aber entsteht für das Buch selbst kein Vorwurf; denn wenn dieses auf alle Widerwärtigkeiten und Hemmnisse Rücksicht nehmen wollte, die den Reisenden treffen können, so würde es über lauter „Wenn" und "Aber" seinen Zweck nicht erreichen.
wiki/1878_kaltbrunner_rezension.1780302741.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke

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