wiki:analytik
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| ===== 1. Außerfachliche und analytische Fragestellung ===== | ===== 1. Außerfachliche und analytische Fragestellung ===== | ||
| + | Es gilt: 1. Abwesenheit von Beweisen ist nicht Beweis von Abwesenheit. | ||
| + | Aber es gilt auch: //unus testis nullus testis//. | ||
| Fragestellungen ergeben sich aus konkreten Umweltsituationen: | Fragestellungen ergeben sich aus konkreten Umweltsituationen: | ||
| * Kann ich dieses Wasser ohne Gefahr für meine Gesundheit trinken? | * Kann ich dieses Wasser ohne Gefahr für meine Gesundheit trinken? | ||
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| * Ist die Luft in unserer Gegend, in unserem Haus schädlich? | * Ist die Luft in unserer Gegend, in unserem Haus schädlich? | ||
| Dieses Informationsbedürfnis ist klar, leicht verständlich und durch die subjektiven Interessen der Betroffenen enstanden. Entstanden ist es auch durch eine **Güterabwägung**: | Dieses Informationsbedürfnis ist klar, leicht verständlich und durch die subjektiven Interessen der Betroffenen enstanden. Entstanden ist es auch durch eine **Güterabwägung**: | ||
| - | Dieses Mißtrauen mag dazu führen, daß den Aussagen städtischer Bediensteter oder den Pressereferenten größerer Betriebe kein Glauben geschenkt wird. Man will Sicherheit und glaubt diese am ehesten in der Wissenschaft zu finden. So wenden sich die Betroffenen an mehr oder weniger unabhängige Institute wie den TÜV, an kommerzielle Laboratorien oder an alternative Einrichtungen. Von ihnen erhoffen sie sich die **[[wiki: | + | Dieses Mißtrauen mag dazu führen, daß den Aussagen städtischer Bediensteter oder den Pressereferenten größerer Betriebe kein Glauben geschenkt wird. Man will [[wiki: |
| ==== Die Deutung der Wahrheit ==== | ==== Die Deutung der Wahrheit ==== | ||
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| * // | * // | ||
| * Am liebsten nach allem, was krank macht. | * Am liebsten nach allem, was krank macht. | ||
| - | *// Nun, das geht nicht. Wir können Tests machen, mit Fischen oder mit Bakterien oder anderen Lebewesen. Und wenn die Tiere gesund bleiben, ist das Wasser zumindest nicht so stark vergiftet, daß es akute Wirkungen hat.// | + | *//Nun, das geht nicht. Wir können Tests machen, mit Fischen oder mit Bakterien oder anderen Lebewesen. Und wenn die Tiere gesund bleiben, ist das Wasser zumindest nicht so stark vergiftet, daß es akute Wirkungen hat.// |
| * Die armen Tiere. Das heißt, dann kann ich das Wasser bedenkenlos trinken? | * Die armen Tiere. Das heißt, dann kann ich das Wasser bedenkenlos trinken? | ||
| * //Nein, natürlich nicht. Es können immer noch Stoffe drin sein, die sehr langfristig wirken, die krebserzeugend sind oder das Erbgut verändern oder die sich im Körper anreichern und erst nach Jahren ihre Giftwirkung zeigen.// | * //Nein, natürlich nicht. Es können immer noch Stoffe drin sein, die sehr langfristig wirken, die krebserzeugend sind oder das Erbgut verändern oder die sich im Körper anreichern und erst nach Jahren ihre Giftwirkung zeigen.// | ||
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| In einem solchen Gespräch muß das allgemeine Interesse der Betroffenen in die Fachsprache des Analytikers übersetzt werden. Dabei wird es gleichzeitig zerlegt in analytisch beantwortbare Teilfragen. Erst diese sind dann mit der wissenschaftlichen Methodik untersuchbar. Nach Beendigung der Untersuchung erfolgt der gleiche Vorgang umgekehrt. Teilergebnisse werden verständlich gedeutet und formuliert. Aus der Summe der Teilantworten sollte sich die übergeordnete Antwort für den Interessenten konstruieren lassen. Das Kritische dieser Vorgehensweise liegt auf der Hand: es wird zweimal übersetzt und es wird zweimal interpretiert. Das Ergebnis ist sicher eine wissenschaftlich fundierte Wahrheit, aber nicht unbedingt Wahrheit in der Qualität, wie sie die Betroffenen erwarten. | In einem solchen Gespräch muß das allgemeine Interesse der Betroffenen in die Fachsprache des Analytikers übersetzt werden. Dabei wird es gleichzeitig zerlegt in analytisch beantwortbare Teilfragen. Erst diese sind dann mit der wissenschaftlichen Methodik untersuchbar. Nach Beendigung der Untersuchung erfolgt der gleiche Vorgang umgekehrt. Teilergebnisse werden verständlich gedeutet und formuliert. Aus der Summe der Teilantworten sollte sich die übergeordnete Antwort für den Interessenten konstruieren lassen. Das Kritische dieser Vorgehensweise liegt auf der Hand: es wird zweimal übersetzt und es wird zweimal interpretiert. Das Ergebnis ist sicher eine wissenschaftlich fundierte Wahrheit, aber nicht unbedingt Wahrheit in der Qualität, wie sie die Betroffenen erwarten. | ||
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| + | Graham Priest: | ||
| + | Gibt es mehr als nur wahr oder falsch? | ||
| + | Die westliche Philosophie mit ihrer Logik war über Jahrtausende nicht bereit, | ||
| + | wahre Widersprüche zu tolerieren. | ||
| + | Das buddhistische Denken kennt da einen faszinierenden anderen Weg: | ||
| + | Das Catuṣkoṭi. | ||
| + | DIE ZEIT Nr. 25/2020 | ||
| ==== Ergebnis und Resultat ==== | ==== Ergebnis und Resultat ==== | ||
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| - Die zu bestimmenden Komponenten sind Hauptbestandteile, | - Die zu bestimmenden Komponenten sind Hauptbestandteile, | ||
| - Der interessierende Stoff ist Hauptbestandteil in hoher Konzentration von etwa 99%. In diesem Fall spricht man von Reinheitsprüfung. Es werden die Nebenbestandteile bestimmt und als Verunreinigungen bewertet. Der Reinheitsgehalt folgt aus der Differenz zu 100%. | - Der interessierende Stoff ist Hauptbestandteil in hoher Konzentration von etwa 99%. In diesem Fall spricht man von Reinheitsprüfung. Es werden die Nebenbestandteile bestimmt und als Verunreinigungen bewertet. Der Reinheitsgehalt folgt aus der Differenz zu 100%. | ||
| - | - Ein gesicherter Grenzwert für die Abwesenheit gewisser Komponenten ist zu garantieren, | + | - Ein gesicherter |
| - Eine oder mehrere Phasen müssen getrennt quantitativ oder qualitativ analysiert werden. | - Eine oder mehrere Phasen müssen getrennt quantitativ oder qualitativ analysiert werden. | ||
| - Mehrphasensysteme werden unter gleichzeitiger Mittelung analysiert, z.B. klassische Gesteinsanalysen. | - Mehrphasensysteme werden unter gleichzeitiger Mittelung analysiert, z.B. klassische Gesteinsanalysen. | ||
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| - **Arbeitsbereich** A=m x\\ Zulässiger Verfahrensbereich der Mengen für den zu bestimmenden Bestandteil x | - **Arbeitsbereich** A=m x\\ Zulässiger Verfahrensbereich der Mengen für den zu bestimmenden Bestandteil x | ||
| - **Probenmengenbereich** | - **Probenmengenbereich** | ||
| - | - **Gehaltsbereich** G \\ Gehalt der Probe an der zu bestimmenden Komponente x in Massenprozenten | + | - **Gehaltsbereich** G\\ Gehalt der Probe an der zu bestimmenden Komponente x in Massenprozenten |
| ===== 5. Die Probenvorbereitung ===== | ===== 5. Die Probenvorbereitung ===== | ||
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| ==== Homogenisieren der Probe durch Lösen oder Aufschließen ==== | ==== Homogenisieren der Probe durch Lösen oder Aufschließen ==== | ||
| - | Während des Messvorgangs muss die Probe räumlich und zeitlich homogen sein, andernfalls muss sie stabilisert werden.\\ | + | Während des Messvorgangs muss die Probe räumlich und zeitlich homogen sein, andernfalls muss sie stabilisert werden.\\ |
| Räumliche Homogenität ist bei gasförmigen und flüssigen Stoffen meist gegeben oder kann durch Phasentrennung (Abscheiden, | Räumliche Homogenität ist bei gasförmigen und flüssigen Stoffen meist gegeben oder kann durch Phasentrennung (Abscheiden, | ||
wiki/analytik.1592561228.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke
