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wiki:dandin

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wiki:dandin [2025/03/31 05:43] – ↷ Links angepasst weil Seiten im Wiki verschoben wurden 65.108.46.72wiki:dandin [2026/07/28 12:45] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
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 ====== Dandin ====== ====== Dandin ======
-Im Sanskrit bezeichnet Dandin einen `Stabträger´, insbesondere einen Brahmanen im vierten Lebensalter, einen [[wiki:wandermoench|Wandermönch]] der indischen Religionen, im säkularen Sprachgebrauch einen Tür- oder Torwächter mit [[wiki:stock_und_stab|Stab]], //danda//, und gründet letztlich im Intensivum //dandam//, `sich sehr bezähmen´, erkennbar in Daṇḍa-zrama `im Zustand des Stabes sein´, also asketisch leben. +Im Sanskrit bezeichnet Dandin einen `Stabträger´, insbesondere einen Brahmanen im vierten Lebensalter, einen [[wiki:wandermoench|Wandermönch]] der indischen Religionen, im säkularen Sprachgebrauch einen Tür- oder Torwächter mit [[wiki:stock_stab|Stab]], //danda//, und gründet letztlich im Intensivum //dandam//, `sich sehr bezähmen´, erkennbar in Daṇḍa-zrama `im Zustand des Stabes sein´, also asketisch leben. 
 दण्डभृत् daṇḍa-bhṛt verengt `Stockträger´ auf solche, die ziellos reisen, umherschweifen, also Wanderasketen, die `den Stab genommen´ दण्डग्रहण daṇḍa-grahaṇa haben. Dagegen ist ein दण्डाजिन daṇḍā-jina jemand, der Stab und Lederkleidung zum Schein trägt, also Frömmelei und Heuchelei verbirgt. दण्डभृत् daṇḍa-bhṛt verengt `Stockträger´ auf solche, die ziellos reisen, umherschweifen, also Wanderasketen, die `den Stab genommen´ दण्डग्रहण daṇḍa-grahaṇa haben. Dagegen ist ein दण्डाजिन daṇḍā-jina jemand, der Stab und Lederkleidung zum Schein trägt, also Frömmelei und Heuchelei verbirgt.
  
 ==== Daṇḍa ==== ==== Daṇḍa ====
-Der Begriff **Daṇḍa** दण्ड verweist mit seiner Bedeutung als `Baum´ (als solcher die Waffe des ''Bhīma'') auf die natürliche und urwüchsige Herkunft des Stabes und mit seiner Bedeutung `Arm´ (dor danda) auf die Handhabung insbesondere als //bhuja Daṇḍa // `langer Arm´. Der //bilva danda// ist aus dem Holz des Belva (Belbaum, eine Quitte) gemacht, dessen dreigeteilte Blätter Shivas Dreizack (Trishula) symbolisieren. Daher auch त्रिदण्ड tri-daṇḍa, die drei zusammengebundenen Stäbe als Zeichen des bettelnden Brahmanen.+Der Begriff **Daṇḍa** दण्ड verweist mit seiner Bedeutung als `Baum´ (als solcher die Waffe des ''Bhīma'') auf die natürliche und urwüchsige Herkunft des Stabes und mit seiner Bedeutung `Arm´ (dor danda) auf die Handhabung insbesondere als //bhuja Daṇḍa// `langer Arm´. Der //bilva danda// ist aus dem Holz des Belva (Belbaum, eine Quitte) gemacht, dessen dreigeteilte Blätter Shivas Dreizack (Trishula) symbolisieren. Daher auch त्रिदण्ड tri-daṇḍa, die drei zusammengebundenen Stäbe als Zeichen des bettelnden Brahmanen.
  
 Die ältesten Daṇḍa der indischen Mythologie hatte ''Indra'' aus den Knochen des ''Dadhīca'', einer Sagengestalt, hergestellt. Dann wäre der Daṇḍa identisch mit dem Donnerkeil //[[wiki:Vajra|vajra]]// वज्र , über den dasselbe berichtet wird. Die ältesten Daṇḍa der indischen Mythologie hatte ''Indra'' aus den Knochen des ''Dadhīca'', einer Sagengestalt, hergestellt. Dann wäre der Daṇḍa identisch mit dem Donnerkeil //[[wiki:Vajra|vajra]]// वज्र , über den dasselbe berichtet wird.
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 In der Hand von Herrschern wird der Daṇḍa zur strafenden Waffe (rāja-preṣito daṇḍaḥ). Er ist ein Symbol der Macht, der Gewalt und Herrschaft, der richterlichen Gewalt und der Strafe (z.B. ugra-daṇḍa: ein Stock zum Bestrafen, čarma-daṇḍa: Peitsche); zeigt Zurechtweisung an und Geldbussen und wird gesteigert als maha-daṇḍa `langer Stock´ für Wächter und Offiziere und als loha-daṇḍa `eiserner Stab, Kampfaxt´. In der Hand von Herrschern wird der Daṇḍa zur strafenden Waffe (rāja-preṣito daṇḍaḥ). Er ist ein Symbol der Macht, der Gewalt und Herrschaft, der richterlichen Gewalt und der Strafe (z.B. ugra-daṇḍa: ein Stock zum Bestrafen, čarma-daṇḍa: Peitsche); zeigt Zurechtweisung an und Geldbussen und wird gesteigert als maha-daṇḍa `langer Stock´ für Wächter und Offiziere und als loha-daṇḍa `eiserner Stab, Kampfaxt´.
  
-Im Alltag bezeichnet der daṇḍa kraftübertragende mechanische Werkzeuge wie Butterstössel, Stock, Stab, Prügel, Keule, Stengel, Stamm, Stiel, Viehstachel, Fahnenstock, Deichsel (am Pflug), Stab am Saiteninstrument.\\+Im Alltag bezeichnet der daṇḍa kraftübertragende mechanische Werkzeuge wie Butterstössel, Stock, Stab, Prügel, Keule, Stengel, Stamm, Stiel, Viehstachel, Fahnenstock, Deichsel (am Pflug), Stab am Saiteninstrument.\\ 
 Mit einem Daṇḍa wurden außerdem Maße festgelegt: Mit einem Daṇḍa wurden außerdem Maße festgelegt:
   * als Längenmaß: ein Stab = 4 Ellen (Hasta) = 96 Fingerbreiten (angula) entspricht etwa 2 Metern   * als Längenmaß: ein Stab = 4 Ellen (Hasta) = 96 Fingerbreiten (angula) entspricht etwa 2 Metern
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 ==== Dandamis im Griechischen und Lateinischen ==== ==== Dandamis im Griechischen und Lateinischen ====
-Der Begriff fand als Personenname ''Dandamis'' bereits im [[wiki:reisegenerationen#Die griechisch-römische Antike|4. Jahrhundert]]  vor Christus ins Griechische und Lateinische, leitet sich jedoch von einem [[wiki:wandermoench|Wandermönch]] (Gymnosophist) der [[wiki:reisegenerationen#Die griechisch-römische Antike|Antike]] ab ((''Marc Steinmann''\\ //''Alexander der Große'' und die "nackten Weisen" Indiens//\\ Der fiktive Briefwechsel zwischen Alexander und dem Brahmanenkönig ''Dindimus''\\ Einleitung, lateinischer Text, Übersetzung und Kommentar\\ Berlin: Frank & Timme [2013?], Klassische Philologie, 4, S. 41-42 Abschnitt α) Der Name Dandamis)), dem ''Alexander der Große'' 326 BC im Punjab begegnete. Ob lediglich der Name übernommen wurde oder ob auch das dahinterstehende Konzept neu war, ist nicht zu entscheiden. Das Hervortreten der [[wiki:bactroperita|Kyniker]] deutet allerdings darauf hin.+Der Begriff fand als Personenname ''Dandamis'' bereits im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Die griechisch-römische Antike|4. Jahrhundert]]  vor Christus ins Griechische und Lateinische, leitet sich jedoch von einem [[wiki:wandermoench|Wandermönch]] (Gymnosophist) der [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Die griechisch-römische Antike|Antike]] ab ((''Marc Steinmann''\\ //''Alexander der Große'' und die "nackten Weisen" Indiens//\\ Der fiktive Briefwechsel zwischen Alexander und dem Brahmanenkönig ''Dindimus''\\ Einleitung, lateinischer Text, Übersetzung und Kommentar\\ Berlin: Frank & Timme [2013?], Klassische Philologie, 4, S. 41-42 Abschnitt α) Der Name Dandamis)), dem ''Alexander der Große'' 326 BC im Punjab begegnete. Ob lediglich der Name übernommen wurde oder ob auch das dahinterstehende Konzept neu war, ist nicht zu entscheiden. Das Hervortreten der [[wiki:bactroperita|Kyniker]] deutet allerdings darauf hin.
  
 ==== Etymologie ==== ==== Etymologie ====
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