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wiki:lebensreisestil

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wiki:lebensreisestil [2023/07/23 12:58] – [Einfach leben & reisen] Norbert Lüdtkewiki:lebensreisestil [2026/07/28 12:45] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
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   Jean Paul, 1797   Jean Paul, 1797
   Das Kampaner Tal, Kapitel 4, 502: Station      Das Kampaner Tal, Kapitel 4, 502: Station   
-Urlaub auf [[wiki:balkonien|Balkonien]], [[wiki:interpassivitaet|Interpassivität]], Flugscham kann man als [[wiki:balconing|Nicht-Reisen-Reisestile]] betrachten. Aber  [[wiki:reisen|was ist Reisen?]] Darauf lässt sich nun wirklich nicht eindimensional, einfach und linear antworten. Die [[wiki:reisegenerationen|Reisegenerationen]] der auslaufenden Moderne - zuletzt die //digital nomads// ((''Tsugio Makimoto, David Manners''\\ //Digital Nomad//\\ John Wiley & Sons, 1997, ISBN 0-471-97499-4)) - eint das unablässige Bemühen Reisen und Leben im Unterwegs-//Sein// zu verbinden, * **[[wiki:weltanschauung|Weltanschauung]]** zu er-//fahren//. Aber wie schauen sie die Welt an und wie geht das weiter?+Urlaub auf [[wiki:balkonien|Balkonien]], [[wiki:interpassivitaet|Interpassivität]], Flugscham kann man als [[wiki:balconing|Nicht-Reisen-Reisestile]] betrachten. Aber  [[wiki:reisen|was ist Reisen?]] Darauf lässt sich nun wirklich nicht eindimensional, einfach und linear antworten. Die [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen|Reisegenerationen]] der auslaufenden Moderne - zuletzt die //digital nomads// ((''Tsugio Makimoto, David Manners''\\ //Digital Nomad//\\ John Wiley & Sons, 1997, ISBN 0-471-97499-4)) - eint das unablässige Bemühen Reisen und Leben im Unterwegs-//Sein// zu verbinden, * **[[wiki:weltanschauung|Weltanschauung]]** zu er-//fahren//. Aber wie schauen sie die Welt an und wie geht das weiter?
  
 ==== Lebensstile ==== ==== Lebensstile ====
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   Aber manche Macke ist auch Kacke.   Aber manche Macke ist auch Kacke.
  
-  * ''Gerhard, Ute''\\ //(Nicht) normale Fahrten//\\ Faszinationen eines modernen Narrationstyps.\\ Tagungsband. Diskursivitäten 6. Heidelberg: Synchron 2003.\\ Das [[wiki:reisen|Reisen]] als Gegenstand der Tagung 1999 in Dortmund war bestimmt durch die Perspektive der biografischen Bewegung zwischen Normalität und Nicht-Normalität als »zickzackartig verlaufende Lebenskurve«, also im weitesten Sinne die Sicht der [[wiki:liste_reisemetaphern|Metapher]] von der //Lebensfahrt// oder //Lebensreise// (»Normalismusforschung«). Dieser Blickwinkel wird hier angewandt insbesondere auf [[wiki:road_movie|Road Movies]], fiktionale Literatur, Autobiographien, Kunst ...+  * ''Gerhard, Ute''\\ //(Nicht) normale Fahrten//\\ Faszinationen eines modernen Narrationstyps.\\ Tagungsband. Diskursivitäten 6. Heidelberg: Synchron 2003.\\ Das [[wiki:reisen|Reisen]] als Gegenstand der Tagung 1999 in Dortmund war bestimmt durch die Perspektive der biografischen Bewegung zwischen Normalität und Nicht-Normalität als »zickzackartig verlaufende Lebenskurve«, also im weitesten Sinne die Sicht der [[wiki:metaphern_unterwegs|Metapher]] von der //Lebensfahrt// oder //Lebensreise// (»Normalismusforschung«). Dieser Blickwinkel wird hier angewandt insbesondere auf [[wiki:road_movie|Road Movies]], fiktionale Literatur, Autobiographien, Kunst ...
  
 ==== Selbstverwirklichung ==== ==== Selbstverwirklichung ====
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   Bleibe unberechenbar.   Bleibe unberechenbar.
   Graham Greene (1904 - 1991), Virtue of Disloyalty   Graham Greene (1904 - 1991), Virtue of Disloyalty
-//»Been there, done that«// drückt eine Einstellung aus, die sich mit der Oberfläche zufrieden gibt: Kenne ich, da war ich schon, langweile mich nicht. Wer so reist, hat die Welt schnell abgehakt.+//»Been there, done that«// drückt eine Einstellung aus, die sich mit der Oberfläche zufrieden gibt: Kenne ich, da war ich schon, langweile mich nicht. Wer so reist, hat die [[wiki:welt|Welt]] schnell abgehakt
 +  * ''Stock, M.''\\ //»Touristisch wohnet der Mensch«: Zu einer kulturwissenschaftlichen Theorie der mobilen Lebensweisen.// Voyage, 10 (2014) 186–201.
  
-Es ist die * [[wiki:neugier|Neugier]] auf Unbekanntes, die Reisende wieder und wieder in die Welt treibt. Wenn der * [[wiki:tourist|touristische]] Blick überwunden wird, ist nichts, wie es scheint: die [[wiki:welt|Welt]] lässt sich häuten wie eine Zwiebel und ermöglicht neue Einsichten. ''Peter Handke'' nennt dies die //»Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt«//. Für den [[wiki:reisende|Reisenden]] bedeutet dies, dass er ständig Neues erfahren kann ohne sein Ziel. In Bewegung zu bleiben ist das Ziel und vielleicht ist es der [[wiki:weltschmerz|Weltschmerz]], der den Reisenden antreibt. +Es ist die * [[wiki:neugier|Neugier]] auf Unbekanntes, die Reisende wieder und wieder in die Welt treibt. Wenn der * [[wiki:tourist|touristische]] Blick überwunden wird, ist nichts, wie es scheint: die  [[wiki:welt|Welt]] lässt sich häuten wie eine Zwiebel und ermöglicht neue Einsichten. ''Peter Handke'' nennt dies die //»Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt«//. Für den [[wiki:reisende|Reisenden]] bedeutet dies, dass er ständig Neues erfahren kann ohne ein Ziel. In Bewegung zu bleiben ist das Ziel und vielleicht ist es der [[wiki:weltschmerz|Weltschmerz]], der den Reisenden antreibt. 
  
 ''Reinhold Messner'' beschreibt sich als »Eroberer der eigenen Seele« und ''Max Frisch'' (1911 - 1991) antwortet im //Tagebuch 1946–1949// auf die Frage //»Warum reisen wir? - Damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich ist!«// Die Authentizität seiner Erfahrungen macht den Reisenden besonders, ganz gleich, ob die Öffentlichkeit ihm glaubt, applaudiert oder nicht. Die Zufriedenheit kommt von innen - man weiß, was man hat. Den Prüfstein seiner Glaubhaftigkeit bilden andere Reisende. Vor ihnen fliegt jede Lüge sofort auf und unterscheidet die substantielle von der scheinbaren Authentizität. Wohin also geht die Reise? ''Reinhold Messner'' beschreibt sich als »Eroberer der eigenen Seele« und ''Max Frisch'' (1911 - 1991) antwortet im //Tagebuch 1946–1949// auf die Frage //»Warum reisen wir? - Damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich ist!«// Die Authentizität seiner Erfahrungen macht den Reisenden besonders, ganz gleich, ob die Öffentlichkeit ihm glaubt, applaudiert oder nicht. Die Zufriedenheit kommt von innen - man weiß, was man hat. Den Prüfstein seiner Glaubhaftigkeit bilden andere Reisende. Vor ihnen fliegt jede Lüge sofort auf und unterscheidet die substantielle von der scheinbaren Authentizität. Wohin also geht die Reise?
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 Der [[wiki:held|Held]] des Internet-Zeitalters ist autistisch veranlagt ((''Jacqueline Thör''\\ Verschlossen und hochbegabt. Der geniale TV-Autist lebt unsere geheimen Träume\\ DIE ZEIT Nr. 46 9. November 2017\\ ''Nicole Karafyllis''\\ //Am liebsten ordentlich und einsam//\\ FAZ 22.12.2010 )), also ein genialer Außenseiter, der sich einerseits ausgegrenzt fühlt und andererseits selber ausgrenzt, weil er den Rest der Welt für Idioten hält, kurz: //autistische Soziopathen mit Geltungsdrang//, wie etwa im Film //The Social Network// von ''David Fincher'' (USA 2010) gezeigt wird. Der [[wiki:held|Held]] des Internet-Zeitalters ist autistisch veranlagt ((''Jacqueline Thör''\\ Verschlossen und hochbegabt. Der geniale TV-Autist lebt unsere geheimen Träume\\ DIE ZEIT Nr. 46 9. November 2017\\ ''Nicole Karafyllis''\\ //Am liebsten ordentlich und einsam//\\ FAZ 22.12.2010 )), also ein genialer Außenseiter, der sich einerseits ausgegrenzt fühlt und andererseits selber ausgrenzt, weil er den Rest der Welt für Idioten hält, kurz: //autistische Soziopathen mit Geltungsdrang//, wie etwa im Film //The Social Network// von ''David Fincher'' (USA 2010) gezeigt wird.
  
-Kinder unterscheiden sich von Erwachsenen dadurch, dass ihr Selbst identisch ist mit ihrer Welt; sie sind glücklich mit sich: »ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt« (''Pippi Langstrumpf'').\\ Erwachsenwerden ist dagegen schmerzhaft und verbunden mit der Öffnung der Blase, mit dem Bewusstsein für andere, sozialer Verantwortung für Partner, Familie, Freunde, Nachbarn, Gesellschaft.// »Das ist die Spannung zwischen Welt- und Selbstlosigkeit, die jeder aushalten können muss.«// ((''Robert Harrison'' über Wohlstandsbürger:\\ //»Nehmen gilt als Menschenrecht, das Geben ist bloss für die Doofen«//\\ NZZ 15.04.2019)). Viel verlockender ist die Möglichkeit, durch mehr Infantilität zur maximalen Lusterfüllung zu kommen wie die `Schweinchen des Euripides´, weit entfernt vom »[[wiki:einfach_leben|einfachen leben]]« im Sinne eines [[wiki:frugalismus|Frugalismus]]. +Kinder unterscheiden sich von Erwachsenen dadurch, dass ihr Selbst identisch ist mit ihrer Welt; sie sind glücklich mit sich: »ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt« (''Pippi Langstrumpf'').\\ Erwachsenwerden ist dagegen schmerzhaft und verbunden mit der Öffnung der Blase, mit dem Bewusstsein für andere, sozialer Verantwortung für Partner, Familie, Freunde, Nachbarn, Gesellschaft.//»Das ist die Spannung zwischen Welt- und Selbstlosigkeit, die jeder aushalten können muss.«// ((''Robert Harrison'' über Wohlstandsbürger:\\ //»Nehmen gilt als Menschenrecht, das Geben ist bloss für die Doofen«//\\ NZZ 15.04.2019)). Viel verlockender ist die Möglichkeit, durch mehr Infantilität zur maximalen Lusterfüllung zu kommen wie die `Schweinchen des Euripides´, weit entfernt vom »[[wiki:einfach_leben|einfachen leben]]« im Sinne eines [[wiki:frugalismus|Frugalismus]]. 
  
 ==== Der Kreis schließt sich ==== ==== Der Kreis schließt sich ====
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-  * ''Beate Berger''\\  //Fernreisen. Eine Untersuchung anhand der Problematik von Schuld und Verschulden//\\ Dipl., Univ. Klagenfurt 1994+  * ''Beate Berger''\\ //Fernreisen. Eine Untersuchung anhand der Problematik von Schuld und Verschulden//\\ Dipl., Univ. Klagenfurt 1994
   * ''Boomers, Sabine''\\ //Reisen als Lebensform: Isabelle Eberhardt, Reinhold Messner und Bruce Chatwin.//\\ Freie Univ., Diss. Berlin, 2002. Frankfurt/Main [u.a.] 2004: Campus-Verl. 360 S.   * ''Boomers, Sabine''\\ //Reisen als Lebensform: Isabelle Eberhardt, Reinhold Messner und Bruce Chatwin.//\\ Freie Univ., Diss. Berlin, 2002. Frankfurt/Main [u.a.] 2004: Campus-Verl. 360 S.
-  * ''Christiane Cantauw'' (Hrsg.)\\ //Arbeit, Freizeit, Reisen//\\ Die feinen Unterschiede im Alltag.\\ 3. Arbeitstagung der DGV-Kommission Tourismusforschung vom 23. bis zum 25. März 1994 \\ Münster: Waxmann 1995, 179 S. 12 Einzelbeiträge verschiedener Autoren, zB. zu: Gegenwelten als Alltag, Lebensstile, [[wiki:Diaabend|Diaabend]], Dauercampingplatz, Naturabenteuer u.a.m.+  * ''Christiane Cantauw'' (Hrsg.)\\ //Arbeit, Freizeit, Reisen//\\ Die feinen Unterschiede im Alltag.\\ 3. Arbeitstagung der DGV-Kommission Tourismusforschung vom 23. bis zum 25. März 1994\\ Münster: Waxmann 1995, 179 S. 12 Einzelbeiträge verschiedener Autoren, zB. zu: Gegenwelten als Alltag, Lebensstile, [[wiki:Diaabend|Diaabend]], Dauercampingplatz, Naturabenteuer u.a.m.
   * ''Günter, Wolfgang''\\ //Ars Apodemica//.\\ Reiseerfahrung als geplantes Lebenslaufelement.\\ In: Rudolf W. Keck, Erhard Wiersing (Hrsg.): Vormoderne Lebensläufe – erziehungstheoretisch betrachtet. Köln / Weimar / Wien 1994, S. 345–356.   * ''Günter, Wolfgang''\\ //Ars Apodemica//.\\ Reiseerfahrung als geplantes Lebenslaufelement.\\ In: Rudolf W. Keck, Erhard Wiersing (Hrsg.): Vormoderne Lebensläufe – erziehungstheoretisch betrachtet. Köln / Weimar / Wien 1994, S. 345–356.
   * ''Stefan Hirschauer''\\ //Menschen unterscheiden.//\\ //Grundlinien einer Theorie der Humandifferenzierung.//\\ in: Zeitschrift für Soziologie 50 (2021) 155-174.\\ Rezension: Gerald Wagner: //Die Crux der Individualität// [[https://www.faz.net/-ibq-ahevk|FAZ 18.11.2021]]   * ''Stefan Hirschauer''\\ //Menschen unterscheiden.//\\ //Grundlinien einer Theorie der Humandifferenzierung.//\\ in: Zeitschrift für Soziologie 50 (2021) 155-174.\\ Rezension: Gerald Wagner: //Die Crux der Individualität// [[https://www.faz.net/-ibq-ahevk|FAZ 18.11.2021]]
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