Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


wiki:loch

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
wiki:loch [2023/07/02 04:06] – [Literatur] Norbert Lüdtkewiki:loch [2026/07/28 12:45] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 4: Zeile 4:
   * als helles Loch deren Ausgang ins Licht, ins ungeschützte Freie hinaus.   * als helles Loch deren Ausgang ins Licht, ins ungeschützte Freie hinaus.
 ''Leidenroth'' argumentiert für das Lichtloch als begriffsbildende Ersterfahrung (leuchten, lugen) von `Loch´ ((''J. Chr. Leidenroth''\\ //Proben aus einer neuen Erklärung und Begründung der homerischen Sprache, zunächst in der Odyssee.//\\ Archiv fur Philologie und Paedagogik 12.1 (1846) 396-496, hier S. 451 )), dann übertragen auf den Aufenthalt dort (locus > Lager) und schließlich verbunden mit der dazugehörigen Raumeigenschaft `hohl´ den Raum einer Höhle oder einer Aushöhlung (Senke, Kaule) bezeichnend.\\  ''Leidenroth'' argumentiert für das Lichtloch als begriffsbildende Ersterfahrung (leuchten, lugen) von `Loch´ ((''J. Chr. Leidenroth''\\ //Proben aus einer neuen Erklärung und Begründung der homerischen Sprache, zunächst in der Odyssee.//\\ Archiv fur Philologie und Paedagogik 12.1 (1846) 396-496, hier S. 451 )), dann übertragen auf den Aufenthalt dort (locus > Lager) und schließlich verbunden mit der dazugehörigen Raumeigenschaft `hohl´ den Raum einer Höhle oder einer Aushöhlung (Senke, Kaule) bezeichnend.\\ 
-Unterwegs auf dem Wasser zeigt sich das Loch dagegen als eine gefährliche Singularität im Raum, in der man verschwinden kann - etwa als Untiefe im Rhein wie das St.-Anna-Loch, als enge Durchfahrt wie das //Binger Loch// oder als Strudelloch im [[wiki:hinterland|Hinterland]] wie das //Wuhrloch//: \\ ''Hagen'' //»sancte [den Schatz der Nibelungen] ze loche allen in den Rîn«// ((Handschrift A, 1077)).+Unterwegs auf dem Wasser zeigt sich das Loch dagegen als eine gefährliche Singularität im Raum, in der man verschwinden kann - etwa als Untiefe im Rhein wie das St.-Anna-Loch, als enge Durchfahrt wie das //Binger Loch// oder als Strudelloch im [[wiki:hinterland|Hinterland]] wie das //Wuhrloch//:\\ ''Hagen'' //»sancte [den Schatz der Nibelungen] ze loche allen in den Rîn«// ((Handschrift A, 1077)).
  
 Im technischen Herstellungszusammenhang bezeichnet `Loch´ dann den Verschluss (engl. lock) eines Loches (Luke), also eine Lücke im geflochtenen Zaun für einen Durchgang, etymologisch zur ie. Wurzel *leug-, *lŭg- ‘biegen’ ((„loch“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/loch>, abgerufen am 09.07.2022)). Loci (lateinisch) hieß der [[wiki:beutel|Beutel]] an der Tragestange `[[wiki:furca |furca]]´, das [[wiki:reisegepaeck|Reisegepäck]] der römischen Legionäre. Im technischen Herstellungszusammenhang bezeichnet `Loch´ dann den Verschluss (engl. lock) eines Loches (Luke), also eine Lücke im geflochtenen Zaun für einen Durchgang, etymologisch zur ie. Wurzel *leug-, *lŭg- ‘biegen’ ((„loch“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/loch>, abgerufen am 09.07.2022)). Loci (lateinisch) hieß der [[wiki:beutel|Beutel]] an der Tragestange `[[wiki:furca |furca]]´, das [[wiki:reisegepaeck|Reisegepäck]] der römischen Legionäre.
Zeile 17: Zeile 17:
 ==== Literatur ==== ==== Literatur ====
   * ''Hernández de la Fuente, David''\\ //Von der Grotte zum Tempel: Kontinuität und Wandel in der Griechischen Wahrsagekunst.//\\ In: Entre los mundos: Homenaje a Pedro Barcelo / Zwischen den Welten: Festschrift für Pedro Barcelo. Besançon : Institut des Sciences et Techniques de l'Antiquité, 2017. pp. 175-193. (Collection «ISTA», 1382). [[https://www.persee.fr/doc/ista_0000-0000_2017_act_1382_1_3487|Online]]   * ''Hernández de la Fuente, David''\\ //Von der Grotte zum Tempel: Kontinuität und Wandel in der Griechischen Wahrsagekunst.//\\ In: Entre los mundos: Homenaje a Pedro Barcelo / Zwischen den Welten: Festschrift für Pedro Barcelo. Besançon : Institut des Sciences et Techniques de l'Antiquité, 2017. pp. 175-193. (Collection «ISTA», 1382). [[https://www.persee.fr/doc/ista_0000-0000_2017_act_1382_1_3487|Online]]
-  * ''Fasbender, Christoph''\\ //Höhlen: Einstiege in mythische und mythisierende Geographien mittelalterlicher Literatur.//\\ S. [333]-348. in: Burgen, Länder, Orte / Ulrich Müller ; Werner Wunderlich (Hg.). Unter Mitarb. Von Margarete Springeth. 1023 S. Konstanz 2008: UVK. Mit sämtlichen Nachweise für //hüle// im alemannisch-elsässischen Raum ([[wiki:reisegenerationen#14. Jahrhundert|14. Jahrhundert]]).+  * ''Fasbender, Christoph''\\ //Höhlen: Einstiege in mythische und mythisierende Geographien mittelalterlicher Literatur.//\\ S. [333]-348. in: Burgen, Länder, Orte / Ulrich Müller ; Werner Wunderlich (Hg.). Unter Mitarb. Von Margarete Springeth. 1023 S. Konstanz 2008: UVK. Mit sämtlichen Nachweise für //hüle// im alemannisch-elsässischen Raum ([[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#14. Jahrhundert|14. Jahrhundert]]).
   * ''Alfredo Guzzoni''\\ //Das Loch. Eine Ausführung über Sein und Seiendes.//\\ Philosophisches Jahrbuch 75 (1967) 95–106   * ''Alfredo Guzzoni''\\ //Das Loch. Eine Ausführung über Sein und Seiendes.//\\ Philosophisches Jahrbuch 75 (1967) 95–106
-  * ''Hammer, Andreas''\\ //»Höhle, Grotte«.//\\ S. 286-296 in: Tilo Renz, Monika Hanauska, Mathias Herweg (Hg.): Literarische Orte in deutschsprachigen Erzählungen des [[wiki:reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalters]]: Ein Handbuch. Berlin, Boston 2018: De Gruyter. [[https://doi.org/10.1515/9783050093918-020|DOI]] Alt- und mittelhochdeutsch sind hol/hüle synonym zu loch.+  * ''Hammer, Andreas''\\ //»Höhle, Grotte«.//\\ S. 286-296 in: Tilo Renz, Monika Hanauska, Mathias Herweg (Hg.): Literarische Orte in deutschsprachigen Erzählungen des [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalters]]: Ein Handbuch. Berlin, Boston 2018: De Gruyter. [[https://doi.org/10.1515/9783050093918-020|DOI]] Alt- und mittelhochdeutsch sind hol/hüle synonym zu loch.
   * ''Hubschmid, J.''\\ //Wörter vorindogermanischen Ursprungs zur Bezeichnung von Höhlen in den Ostalpen.//\\ S. 135-174 in: Sive padi ripis athesim sev propter amoenum: Studien zur Romanität von Norditalien und Graubünden. Hamburg 1991: Buske.   * ''Hubschmid, J.''\\ //Wörter vorindogermanischen Ursprungs zur Bezeichnung von Höhlen in den Ostalpen.//\\ S. 135-174 in: Sive padi ripis athesim sev propter amoenum: Studien zur Romanität von Norditalien und Graubünden. Hamburg 1991: Buske.
   * ''Naumann, H.''\\ //Die bäuerliche deutsche Mikrotoponymie der Meißnischen Sprachlandschaft.//\\ Berlin 1972. Mit umfangreichen Erörterungen zum Flurnamen Loch (S. 163).   * ''Naumann, H.''\\ //Die bäuerliche deutsche Mikrotoponymie der Meißnischen Sprachlandschaft.//\\ Berlin 1972. Mit umfangreichen Erörterungen zum Flurnamen Loch (S. 163).
wiki/loch.1688270801.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke

Donate Powered by PHP Valid HTML5 Valid CSS Driven by DokuWiki