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wiki:portolankarten

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wiki:portolankarten [2025/12/12 15:20] Norbert Lüdtkewiki:portolankarten [2026/07/28 12:45] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
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   * möglichst viele //astronomisch bestimmte Punkte// verwenden und wo diese fehlten   * möglichst viele //astronomisch bestimmte Punkte// verwenden und wo diese fehlten
   * Punkte durch //Landvermessung// ('terrestrisch') bestimmen.   * Punkte durch //Landvermessung// ('terrestrisch') bestimmen.
-Ein soziotechnischer Handlungskreis muss alle daran Beteiligten ab dem 12./13. Jahrhundert eng verbunden haben, denn einerseits erfassten und speicherten die Kapitäne und Navigatoren Informationen aus der Segelpraxis und erklärten den Kartographen diese verständlich; andererseits mussten Kapitäne und Navigatoren in der Lage sein, die erstellten Karten zu lesen und zu verstehen. Dieser gegenseitige Prozess zwischen Verwendungszusammenhang und Entstehungszusammenhang ist an den Verbesserungen der Karten im Laufe von Jahrzehnten ablesbar. Die Voraussetzungen für die Erstellung und die Bedürfnisse für die Verwendung waren im oberitalienischen Raum gegeben (Seerepubliken). Die ab dem [[wiki:reisegenerationen#14. Jahrhundert|14. Jahrhundert]] namentlich bekannten Kartographenschulen lagen in Genua, Venedig und Ancona und waren familiär organisiert, lassen also auf Vorfahren schließen, die die kartographischen Kenntnisse weitergegeben haben.+Ein soziotechnischer Handlungskreis muss alle daran Beteiligten ab dem 12./13. Jahrhundert eng verbunden haben, denn einerseits erfassten und speicherten die Kapitäne und Navigatoren Informationen aus der Segelpraxis und erklärten den Kartographen diese verständlich; andererseits mussten Kapitäne und Navigatoren in der Lage sein, die erstellten Karten zu lesen und zu verstehen. Dieser gegenseitige Prozess zwischen Verwendungszusammenhang und Entstehungszusammenhang ist an den Verbesserungen der Karten im Laufe von Jahrzehnten ablesbar. Die Voraussetzungen für die Erstellung und die Bedürfnisse für die Verwendung waren im oberitalienischen Raum gegeben (Seerepubliken). Die ab dem [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#14. Jahrhundert|14. Jahrhundert]] namentlich bekannten Kartographenschulen lagen in Genua, Venedig und Ancona und waren familiär organisiert, lassen also auf Vorfahren schließen, die die kartographischen Kenntnisse weitergegeben haben.
   * ''Ferro, Gaetano''\\ //The Genoese Cartographic Tradition and Christopher Columbus//.\\ 216 S., XXIII Blätter Illustrationen, Karten. (= Übersetzung von La tradizione cartografica genovese e Cristoforo Colombo) Roma 1996: Istituto poligrafico e Zecca dello Stato, Libreria dello stato.   * ''Ferro, Gaetano''\\ //The Genoese Cartographic Tradition and Christopher Columbus//.\\ 216 S., XXIII Blätter Illustrationen, Karten. (= Übersetzung von La tradizione cartografica genovese e Cristoforo Colombo) Roma 1996: Istituto poligrafico e Zecca dello Stato, Libreria dello stato.
-  * ''Michael Metzeltin ''\\ //Die Terminologie des Seekompasses in Italien und auf der Iberischen Halbinsel bis 1600//.\\ Diss. Philosophisch-historische Fakultät. Basel. 1970 IV, XII, 364 S. Basel 1970: Apollonia.+  * ''Michael Metzeltin''\\ //Die Terminologie des Seekompasses in Italien und auf der Iberischen Halbinsel bis 1600//.\\ Diss. Philosophisch-historische Fakultät. Basel. 1970 IV, XII, 364 S. Basel 1970: Apollonia.
 Im Handelsverkehr der norditalienischen Städte mit den Mittelmeeranrainern mittels Schiffsverbindungen stechen besonders Genua und Venedig hervor. Genua und wenig später Venedig bildeten die südlichen Ziele des mitteleuropäischen Handelsnetzes und wurden als Hafenstädte zum Scharnier für den Anschluss an das [[wiki:mediterraneum|mediterrane]] Handelsnetz zwischen dem Schwarzem Meer im Osten und dem [[wiki:atlantik|Atlantik]] im Westen, mit dem Fernen Osten über das Schwarze und das Asowsche Meer, über die Häfen der Levante (Syrien, Libanon) und mit Anschluss an den afrikanischen [[wiki:karawane|Karawanen]]handel über Alexandria (Ägypten), Tunis und Tripolis (Libyen). Dieses Netz hatte um 1250 seine größte Ausdehnung ((''Ulrich Menzel''\\ //Genua und die mediterrane Weltwirtschaft 1261-1350.//\\ (= Forschungsberichte aus dem Institut für Sozialwissenschaften ISW, 80) 70 Bl. Braunschweig 2007: ISW. [[https://doi.org/10.24355/dbbs.084-201006081012-0|DOI]] )). Im Handelsverkehr der norditalienischen Städte mit den Mittelmeeranrainern mittels Schiffsverbindungen stechen besonders Genua und Venedig hervor. Genua und wenig später Venedig bildeten die südlichen Ziele des mitteleuropäischen Handelsnetzes und wurden als Hafenstädte zum Scharnier für den Anschluss an das [[wiki:mediterraneum|mediterrane]] Handelsnetz zwischen dem Schwarzem Meer im Osten und dem [[wiki:atlantik|Atlantik]] im Westen, mit dem Fernen Osten über das Schwarze und das Asowsche Meer, über die Häfen der Levante (Syrien, Libanon) und mit Anschluss an den afrikanischen [[wiki:karawane|Karawanen]]handel über Alexandria (Ägypten), Tunis und Tripolis (Libyen). Dieses Netz hatte um 1250 seine größte Ausdehnung ((''Ulrich Menzel''\\ //Genua und die mediterrane Weltwirtschaft 1261-1350.//\\ (= Forschungsberichte aus dem Institut für Sozialwissenschaften ISW, 80) 70 Bl. Braunschweig 2007: ISW. [[https://doi.org/10.24355/dbbs.084-201006081012-0|DOI]] )).
  
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   * ''Patrick Gautier Dalché''\\ //Carte marine et portulan au XIIe siècle. Le Liber de existencia rivieriarum et forma maris nostri Mediterranei (Pise, circa 1200)//.\\ (Publications de l'École française de Rome, 203-1) 326 S. Roma 1995: École Française de Rome. [[https://www.persee.fr/doc/efr_0223-5099_1995_mon_203_1|Online]]    * ''Patrick Gautier Dalché''\\ //Carte marine et portulan au XIIe siècle. Le Liber de existencia rivieriarum et forma maris nostri Mediterranei (Pise, circa 1200)//.\\ (Publications de l'École française de Rome, 203-1) 326 S. Roma 1995: École Française de Rome. [[https://www.persee.fr/doc/efr_0223-5099_1995_mon_203_1|Online]] 
   * ''Debanne, Alessandra''\\ //Lo Compasso de navegare. Edizione del codice Hamilton 396 con commento linguistico e glossario.//\\ 369 S. Bruxelles 2011: Peter Lang. [[https://d-nb.info/1010803352/04|Inhalt]]\\ Das älteste erhaltene Lotsenbuch mit Anweisungen für die Navigation im Mittelmeer basiert auf einem  Manuskript von 1296. Dieses wird hier neu ediert, kommentiert und mit einem Glossar der nautischen Begriffe sowie dem Register der Toponyme neu herausgegeben.   * ''Debanne, Alessandra''\\ //Lo Compasso de navegare. Edizione del codice Hamilton 396 con commento linguistico e glossario.//\\ 369 S. Bruxelles 2011: Peter Lang. [[https://d-nb.info/1010803352/04|Inhalt]]\\ Das älteste erhaltene Lotsenbuch mit Anweisungen für die Navigation im Mittelmeer basiert auf einem  Manuskript von 1296. Dieses wird hier neu ediert, kommentiert und mit einem Glossar der nautischen Begriffe sowie dem Register der Toponyme neu herausgegeben.
-  * ''Joaquim Alves Gaspar''\\ //The Liber de existencia riveriarum (c.1200) and the Birth of Nautical Cartography.//\\ Imago Mundi, 71.1 (2019) 1–21 [[https://doi.org/10.1080/03085694.2019.1529898|DOI]]\\ Das //Liber de existencia riveriarum et forma maris nostri mediterranei// (um 1200) enthält den frühesten bekannten Hinweis auf eine Beschreibung des Mittelmeeres, des Schwarzen Meeres sowie der europäischen Atlantikküste in 45 geographischen Abschnitten mit Liste von Ortspaaren entlang der Küsten mit der Angabe ihres Abstandes sowie mit Listen von Ortspaaren über das Meer hinweg, bei denen außer der Entfernung auch die Richtung angegeben wird. Die Untersuchung dieser Richtungsangaben ergab, dass sie teils astronomisch bestimmt wurden und teils mittels Kompass, weil sie Fehler enthalten, die durch die magnetische Deklination (Missweisung) erklärbar sind. Möglicherweise stammen diese Werte aus Seekarten, die dann rund 80 Jahre älter wären als etwa die erhaltene Pisaner Karte.+  * ''Joaquim Alves Gaspar''\\ //The Liber de existencia riveriarum (c.1200) and the Birth of Nautical Cartography.//\\ Imago Mundi, 71.1 (2019) 1–21 [[https://doi.org/10.1080/03085694.2019.1529898|DOI]]\\ Das//Liber de existencia riveriarum et forma maris nostri mediterranei// (um 1200) enthält den frühesten bekannten Hinweis auf eine Beschreibung des Mittelmeeres, des Schwarzen Meeres sowie der europäischen Atlantikküste in 45 geographischen Abschnitten mit Liste von Ortspaaren entlang der Küsten mit der Angabe ihres Abstandes sowie mit Listen von Ortspaaren über das Meer hinweg, bei denen außer der Entfernung auch die Richtung angegeben wird. Die Untersuchung dieser Richtungsangaben ergab, dass sie teils astronomisch bestimmt wurden und teils mittels Kompass, weil sie Fehler enthalten, die durch die magnetische Deklination (Missweisung) erklärbar sind. Möglicherweise stammen diese Werte aus Seekarten, die dann rund 80 Jahre älter wären als etwa die erhaltene Pisaner Karte.
   * ''Tome Marelić''\\ //The origin of distance and bearing navigational data contained in portolani for the Adriatic Sea basin//.\\ International Journal of Cartography (2022) [[https://doi.org/10.1080/23729333.2022.2047402|DOI]]   * ''Tome Marelić''\\ //The origin of distance and bearing navigational data contained in portolani for the Adriatic Sea basin//.\\ International Journal of Cartography (2022) [[https://doi.org/10.1080/23729333.2022.2047402|DOI]]
   * ''Tome Marelić''\\ //Certain arguments against the hypothesis that portolan charts were genuine late-medieval cartographic products//.\\ International Journal of Cartography, (2023) [[https://doi.org/10.1080/23729333.2022.2163146|DOI]]   * ''Tome Marelić''\\ //Certain arguments against the hypothesis that portolan charts were genuine late-medieval cartographic products//.\\ International Journal of Cartography, (2023) [[https://doi.org/10.1080/23729333.2022.2163146|DOI]]
   * ''Roel, Nicolai''\\ //The enigma of the origin of portolan charts : a geodetic analysis of the hypothesis of a medieval origin.//\\ (=History of Science and Medicine Library, 52) 544 S. Ill. Leiden 2016: Brill.\\ Geodätische und statistische Analysen ergeben, dass diese Karten aus Teilkarten zusammengesetzt wurden. Deren Genauigkeit stimmt bemerkenswert gut überein mit der Mercator-Kartenprojektion. Diese Projektionstechnik muss gezielt angewendet worden sein, meint der Autor.    * ''Roel, Nicolai''\\ //The enigma of the origin of portolan charts : a geodetic analysis of the hypothesis of a medieval origin.//\\ (=History of Science and Medicine Library, 52) 544 S. Ill. Leiden 2016: Brill.\\ Geodätische und statistische Analysen ergeben, dass diese Karten aus Teilkarten zusammengesetzt wurden. Deren Genauigkeit stimmt bemerkenswert gut überein mit der Mercator-Kartenprojektion. Diese Projektionstechnik muss gezielt angewendet worden sein, meint der Autor. 
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