'Typen' und 'Figuren' werden wie (Reise-)Bilder als Werkzeuge der Kommunikation genutzt und füllen die Lücke zwischen Imagination und Anschauung.
Eine wissenschaftlich konsistente Theorie zu Typen und Figuren (als allgemeinsten Oberbegriffen) gibt es nicht. 1) Einigen kann man sich vielleicht auf Einzelaussagen wie:
Typen sind eher eine soziologische Beschreibung, Figuren eher eine literarische, z.B.
Reale Person: Ein Fremder unterwegs
Typus: Exkurs über den Fremden, ein soziologischer Essay von Georg Simmel (1908)
Figur: Der Fremde (franz. L’Étranger), ein Roman von Albert Camus (1942)
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Stereotypen sind als Klischees mit meist beschreibenden Namen Teil der kollektiven Vorstellung von Gruppen, denen Einzelne pauschal zugeordnet werden. Damit wird »ein Knopf gedrückt«, der eine Palette von Vorstellungen und Erwartungen auslöst, ohne dass diese benannt werden müssen. Auf der Seite des Empfängers dienen Stereotype als Schubladen, in denen Eindrücke ohne nachzudenken abgelegt werden können; auf der Seite des Senders wird daraus ein
Distinktionsmerkmal.
Rollen beschreiben Funktionen in einem Set von Figuren, beispielsweise kann ein Reisender in verschiedenen Rollen handeln und sichtbar werden.
Hier richtet sich die Perspektive auf das Unterwegs-Sein als Reise-Zustand. „Den Reisenden“ gibt es so nicht, denn je nach Zeitläuften, Kulturen und Sprachen wird er verschieden benannt:
Zudem ist der Einzelne ist als isoliert Reisender (Alleinreisender, Einzelreisender, Individualtourist, Solivagant) eine Denkfigur, die es praktisch nicht geben kann.
Reisende finden immer auch Begleiter (Fellow Traveler), treffen auf andere Kundige und mobile Gruppen sowie auf Bereiste (Travellee) und sind dabei insbesondere auf Funktionsträger angewiesen.
Diese Figuren lassen sich differenzierter betrachten, indem ihre Funktionen im Verhältnis des Reisenden zu Gemeinschaft und Gesellschaft näher untersucht werden, siehe personale Systeme im soziotechnischen Handlungssystem.
Unterwegs-zu-sein ist für den Reisenden meist Alltag; er ist aber dort, wo er ist, ein Fremder und ein Exot. Alle anderen einigen sich jedoch auf ein Bild des Reisens, dessen Vorstellungen geprägt sind durch Begriffe und Stereotypen sowie Zuweisungen Einzelner zu Gruppen: