Griechisches οἰκουμένη oikouménē bezeichnete in der Antike die Vorstellung der bewohnten Landschaften innerhalb der bekannten Erde, den 'Erdkreis', der kleiner ist als die Welt. Heute bezeichnet Ökumene als ein geographischer Fachbegriff den ständig besiedelten und landwirtschaftlich nutzbaren Teil der Erdoberfläche.
In römischer Zeit bezeichnete Orbis terrarum auch wörtlich (orbis 'Kreis') den 'Erdkreis' im Sinne der bewohnten und von den Römern beherrschten Welt.
Beide Begriffe trennen die Erfahrungswelt von der geometrisch vorstellbaren Erde als Erdkugel (Globus) und bedeuten nicht, dass man sich die Erde als Scheibe vorstellte, sondern dass es eine Grenze der bewohnten Erde gab.
Dagegen galt nicht bewohnbares Land als öd und wüst (terra deserta), als Wildnis: „a region made coherent by the intercommunication of its inhabitants, such that, within the radius of this region, no tribe or face is completely cut off from the peoples beyond it'“
Romm, James S.Die Existenz von Land jenseits der bekannten Erde wurde als Möglichkeit gedacht, etwa als Terra australis, dem Südland oder als Land im Norden, Thule. Die Vorstellung davon wurde geprägt durch Hoffnungen (Weites Land, Garten Eden, Paradies, ex oriente lux), durch Angst (Wildes Feld), durch Phantasie (Utopie oder Dystopie) und lässt die einen aufbrechen ins Abenteuer, andere suchen ein einfaches Leben.
Kleineberg, Andreas, Christian Marx, Dieter Lelgemann, Eberhard KnoblochPtolemaios' „Atlas der Oikumene“.Dan, Anca-Cristina, Didier Marcotte, Carlos Lévy, Jean-Louis Ferrary, Alexandru Avram, Patrick Gautier Dalché, Francesco Prontera.