Inhaltsverzeichnis

Synopse mit Zeitleiste zu den Anfängen der europäischen Expansion

Zeitleiste zur Synopse Entdeckungszeitalter

Genua 1291: Vivaldi

Vier Dokumente enthalten spärliche Informationen über diese Fahrt.

Genua 1339: Lancelotto Malocello

Lanzarotto Malocello (=Lancelotto, = Lancellotto; lat. Lanzarotus Marocelus; franz. Lancelot Maloisel, port.Lançarote da Franca; * 1270 in Varazze/Ligurien–1336 Genua)

Portugal 1341: da Recco

Giovanni Boccaccio erwähnt in seiner Sammlung „De Canaria et insulis reliquis ultra Hispaniam in Oceano noviter arters“ um 1342, dass Niccolò (=Niccoloso) da Recco aus Genua und der Florentiner Angiolino del Tegghia de' Corbizzi an einer Erkundungsfahrt teilgenommen hätten, die von Alfonso IV. von Portugal veranlasst worden sei. In diesem Bericht von da Recco finden sich auch die ersten Belege für Begriffe der Guanchensprache. Die darin genannte Entfernung von 1300 Kilometern von Sevilla zu den Inseln ist präzise. Die Kaufleute interessieren sich für den roten Farbstoff der Drachenbäume und andere Handelswaren.

Katalonien 1366:

Spanien 1402: Béthencourt & la Salle

Die Franzosen Jean de Béthencourt (1362-1425) und Gadifer de la Salle (1355-1422) erobern die Kanaren für die kastilische Krone.
Zeitleiste des Seeweges nach Asien südöstlich um Afrika

Portugal 1444: Companhia da Lagos

Die Companhia da Lagos (→ Liste von Fernhandelsnetzwerken, nicht 'da Lagoa', auch nicht identisch mit der Companhia Africana dos Lagos von 1877) wurde 1444 in Lagos an der Algarve gegründet, nachdem 1443 Gil Eanes als Erster das Kap Bojador nicht nur erreicht sondern auch umschifft hatte. Schiffe dieser Companhia segelten 1444 zur Küste Mauretaniens und kamen am 8. August mit 235 Sklaven an Bord zurück nach Lagos. Damit erreichten die ersten versklavten Menschen Portugal (Crónica dos feitos da Guiné de Gomes Eanes de Zurara, vgl. Pimentel, 1995 und Henriques, 2009; zit. nach Neves).

Dänemark 1473: Pothorst, Pining, Cortreal

Hans Pothorst (ca. 1440 – ca.1489) aus Hildesheim?/Hamburg stand in dänischen Diensten von König Christian I. und Königin Dorothea, die ihn 1472/73 auf eine Erkundungsreise nach Grönland schickten. Außer ihm nahm Didrik Pinning aus Hildesheim teil und auf eineme zweiten, portugiesischen, Schiff João Vaz Corte-Real (ca. 1420-1496) als Abgesandter des portugiesischen Königs Alfons V. und Álvaro Martins Homem.

Portugal 1482: Companhia da Guiné

Portugal 1488: Cap Agulhas

Bartolomeo Dias erreicht mit seinem Piloten Pêro de Alenquer das Kap der Stürme (später: Kap der Guten Hoffung) und erreicht am Cap Agulhas, den südlichsten Punkt Afrikas, an dem Indischer Ozean und Atlantik aufeinander treffen.
Zeitleiste des Seeweges nach Asien südöstlich um Afrika

Spanien 1492−1493: Christoph Columbus

Christoph Kolumbus (1451–1506) aus Genua solle in kastilischem Auftrag einen Seeweg in westlicher Richtung finden; erlandete jedoch bei seinen drei Fahrten in der Karibik und an der Küste Venezuelas, blieb aber lebenslang überzeugt, China gefunden zu haben.
Der Seeweg nach Indien auf der westlichen Route, mit Literatur und Verweisen

England 1497: Giovanni 'John' Caboto

Die Fahrt von Giovanni 'John' Caboto (um 1450 bis nach 1498), an der sein Sohn Sebastian Cabot (1472–1557) nach eigener Aussage teilnahm, suchte 1497 auf der Matthew entlang der kanadischen Küste einen Seeweg nach Asien. Dies gilt als erste britische maritime Expedition und Caboto war der erste Europäer in Nordamerika nach den Wikingern. Esgibt keinerlei unmittelbare Dokumente dieser Fahrt, lediglich das königlichen Patent von 1496 für Cabotos „omni viagio suo“. Giovanni Caboto und Christoph Columbus wuchsen nahezu gleichaltrig in Genua auf, ab 1561 lebte Caboto jedoch in Venedig und floh wegen Schulden 1490 nach Spanien und hielt sich 1493 zeitgleich mit Columbus in Valencia auf. Ebenso wie dieser wollte er die kastilischen Könige für seinen Plan gewinnen, einen westlichen Seeweg nach Asien zu suchen, allerdings weiter nördlich als Columbus das plante. 1496 trägt er seinen Plan der englischen Krone in London vor.

Ausstellungsliste Reisende von A bis Z:

Sebastian Cabot als Kartograph
Sebastian Cabot war erster 'governor' der Muscovy Company bis 1557, eine Handelskompagnie.
Das Cabot-Projekt an der Universität Bristol forscht seit 2009 zu Cabot, siehe deren Publikationen

Portugal 1498: Indien

1497–1498 erkundet Vasco da Gama (ca 1469–1524) mit seinem Piloten Alenquer den weiteren Verlauf der Küste bis Natal, Mosambik und erreicht Mombasa und Malindi an der Küste Kenias. Mit Hilfe eines arabischen Piloten finden sie den Seeweg bis Calicut in Indien. Dort landen sie am 28. Mai 1498.
Zeitleiste des Seeweges nach Asien südöstlich um Afrika

Spanien 1519–1522: Weltumsegelung

Der Portugiese Ferdinand Magellan (= portugiesisch Fernão de Magalhães, = spanisch Fernando de Magallanes; 1485−1521), leitete in spanischen Diensten die erste Weltumsegelung bis zu seinem Tod 1521 auf den Philippinen, jedoch ohne dass diese Fahrt als Weltumsegelung geplant war. Er selbst umrundete auch als erster Mensch die Erde, allerdings nur in Gänze seiner Reisen.
Von fünf Schiffen desertierte eines, von den übrigen kehrte nur die Victoria mit 18 überlebenden Weltumrundern in den spanischen Hafenort Sanlúcar de Barrameda zurück, 1527 kehrten auch die letzten drei Überlebenden der Trinidad nach langer Gefangenschaft bei den Portugiesen nach Spanien zurück, während in Lissabon der vierte, Hans Barge, ein Deutscher, in der Haft gestorben war. Der Italiener Antonio Pigafetta nahm an dieser Reise teil und schrieb den einzigen Bericht darüber.

Frankreich 1523: Verrazzano

Giovanni da Verrazzano (1491–1528) aus Florenz stand in französischen Diensten. Ausgelöst von der Magellanschen Weltumsegelung beauftragte ihn der französische König François I., die Küste zwischen Neufundland und Florida zu erkunden. Verrazzano unternahm ab 1522 drei Fahrten nach Nordamerika.

Frankreich 1534: Cartier

Jacques Cartier (1491−1557) aus Saint-Malo, Bretagne, erkundete für den französischen König François I. die nordamerikanische Küste und insbesondere den SaintLawrence Golf auf der Suche nach der Nordost-Passage 1534, 1535–1536 und 1541–1542.

Frankreich 1541: Roberval

England 1551: Fernhandel

1551 bis 1555 wird die Company of Merchant Adventurers to New Lands (später: Muscovy Company) von Richard Chancellor, Sebastian Cabot ( 1. Governor) und Sir Hugh Willoughbygegründet, Rund 240 Investoren (adventurers)finanzierten die Company. Das ursprüngliche Ziel war, die Nordost-Passage nach China zu finden. Die Ziele änderten sich durch den Einfluß König Edwards VI. (Royal Charter 1555), das Resultat der ersten Expedition und durch die neue Königin Elizabeth I. (Royal Charter 1566).

Hugh Willoughby leitete die erste Expedition mit drei Schiffen ab Mai 1553 an Bord der Bona Esperanza, Richard Chancellor kommandierte die Edward Bonaventure und die Bona Confidentia. Alle umsegelten das Nordkap, wurden jedoch getrennt. Chancellors Schiffe überwinterten bei Archangelsk, Chancellor reiste nach Moskau zum Zar Iwan dem Schrecklichen empfangen wurde. Willoughbys Mannschaft starb beim Versuch zu überwintern der Küste Lapplands. Chancellor brachte 1554 einen Brief von Zar Iwan an den englischen König, der die Grundlage für den künftigen Handel bildete. in dem dieser den Handel zwischen den beiden christlichen Nationen begrüßte.
Wikipedia

England 1577−1580: Weltumsegelung

Francis Drake (1540–1596) war ein bekannter Buccaneer im königlichen Auftrag und führte den Begriff der 'Expedition' für eine Unternehmung ein, die als erfolgreiche Kaperfahrt endete, die aber auch eine erfolgreiche Weltumsegelung (1577–1580) war und sich in beider Hinsicht von Vorgängern abhob.

Russland 1580: Landnahme

Der »Eroberer Sibiriens« Jermak Timofejewitsch (Ермак Тимофеевич, Ermak Timofeevič, Yermak um 1532 bis 1585) eroberte im Auftrag der Kaufmannfamilie Stroganoff das tatarische Khanat Sibir nachdem der Zar den Wilden Osten zur Kolonisation freigegeben hatte.

Jermak stammte aus einer Familie von Waldräubern und Flusspiraten und galt als Kosak.

Pelztierjäger erreichten 1648 Kap Dežnev als östlichsten Punkt.

Portugal 1584–1590: Weltumrundung

Der Portugiese João da Gama (um 1540 – nach 1591) vollbrachte zwar die erste portugiesische weitgehend maritime Weltumrundung, jedoch nicht gezielt im Auftrag, sondern in Etappen, auf verschiedenen Schiffen und nicht immer unter eigener Führung. Er startete 1584/85 in Lissabon, segelte in östlicher Richtung um das Kap der Guten Hoffnung und via Indien und zu den Molukken und Macau, deren beider Capitão er war. 1589–1590 fuhr er mit einem eigenen Schiff über Japan und den nördlichen Pazifik nach Acapulco (Mexiko). Als Gefangener (weil er gegen Handelsverbote verstoßen hatte) erreichte er Sevilla auf einem spanischen Schiff und starb, bevor der Prozeß abgeschlossen wurde. Er war damit einer der Ersten, die die Erde in östlicher Richtung umrundeten und vielleicht derjenige mit der nördlichsten Route, nördlich von Hokkaido und nahe den Kurilen und Aleuten. Sowohl Quellen als auch Literatur dazu sind mager.

England 1585–1590: Landnahme

Sir Walter Raleigh gründete die erste englische Kolonie auf amerikanischem Boden 1585, dann erneut 1587 unter Führundgvon John White auf Roanoke Island vor der Küste von North Carolina. 1590 legte das nächste Schiff an und fand die rund 115 Siedler nicht mehr vor, die Siedlung war vollständig geräumt. Das Rätsel ist bis heute ungelöst.

Frankreich 1592−1609: Weltumrundung

Pierre-Olivier Malherbe (1569–1616) umrundete als Erster die Erde auf dem Landweg in westlicher Richtung: Mexiko, Panama, Peru, Bolivien, Feuerland, Philippinen, China, Malaysia, Indien, Tibet, Usbekistan, Afghanistan, Persien, Arabische Halbinsel, Syrien, Marseille.

England 1600: Fernhandel

The East India Company (EIC)

Frankreich 1603: de Champlain

Samuel de Champlain (1567/1574−1635) erkundete für die französischen Könige Heinrich IV. und Louis XIII. die nordamerikanische Küste auf 12 Fahrten: 1603, 1604−1607, 1608−1609, 1610, 1611, 1613, 1615−1616, 1617, 1618, 1620−1624, 1626−1629, 1633−1635. Dabei war er tätig als Seefahrer und kommandierte 1608 das Flaggschiff der Unternehmung, die Don de Dieu, Kartograph, führte Hinterland-Expeditionen durch (z.B. den Ottawa-Fluss beschreibend), sandte den Waldläufer Étienne Brûlé zur Forschung ins Hinterland, gründete Siedlungen, so auch 1608 die Habitation de Québec, war im Pelzhandel tätig und gründete 1614 die Compagnie des Marchands de Rouen et de Saint-Malo (=Compagnie de Champlain), brachte 1617 die ersten dauerhaften Siedler nach Quebec und beteiligte sich 1627 an der Handelsgesellschaft Compagnie de la Nouvelle France, zu der auch Kardinal Richelieu gehörte und welche bis 1642 rund 4.000 Siedler ins Land brachte.

England 1609: Fernhandel

The Virginia Company of Adventurers of 1609 → Wikipedia

Dänemark 1616−1650: Fernhandel

Die Ostindisk Kompagni bestand von 1616 bis 1650 mit dem Stützpunkt Tranquebar an der Koromandelküste in Indien.

Spanien 1670−1679: Weltumrundung

Die erste weitgehend terrestrische Weltumrundung in östlicher Richtung gelang dem spanischen (Aragon) Priester Pedro Cubero (1645− um 1697): via Paris, Venedig, Warschau, Moskau, Istanbul, Astrachan, Isfahan, Bandar Abbas, Surat, Goa, Colombo, Mylapore, Malakka, Philippinen, Peking, Molukken, über den Pazifik nach Acapulco, über Land nach Veracruz, Havanna und über den Atlantik nach Cádiz.

England 1703–1704: Weltumsegelung

William Dampier, 1651–1715
umrundete dreimal die Erde, zuletzt 1708–1711 als Navigator auf dem Schiff von Woodes Rogers. Bei seiner zweiten Weltumsegelung setzte er Alexander Selkirk auf der unbewohnten Insel Mas a Tierra im Juan-Fernández-Archipel aus. Die Erzählungen Alexander Selkirks bewogen Daniel Defoe dazu Robinson Crusoe zu schreiben. Mas a Tierra wurde 1966 in Isla Robinson Crusoe umbenannt. William Dampier (1651–1715) war ein bekannter Buccaneer im königlichen Auftrag und benutzte den Begriff der 'Expedition' für seine Unternehmungen, die jedoch mehr seiner akribischen Beobachtungsergebnisse wegen berühmt wurden: Küstenlinien, Strömungskarten, biologische Beobachtungen auf Galapagos u.a.m.

Russland 1720-1727: Hinterland-Expedition

Der deutsche Arzt Daniel Gottlieb Messerschmidt (1685–1735) reiste 1720–1727 für Zar Peter I. nach West- und Zentralsibirien und brachte Sakralobjekte der Chanten und Mansen zurück sowie Sprachstudien. Bis Tobolsk begleitete er eine Gesandtschaft nach China. Von dort begleiteten ihn zwei Soldaten, vier Diener und drei schwedische Kriegsgefangene, darunter Philipp Johann von Strahlenberg, mit dem er eng zusammenarbeitete. Dies könnte die früheste Forschungsexpedition zu Lande gewesen sein.

Russland 1728–1730: Forschungsexpeditionen

Ausstellungen: Expeditionen in den Norden

Ausstellungen: Reisende von A bis Z

Literatur über Reisen durch Sibirien

Frankreich 1735: Vermessung

1735 beauftragte Ludwig XV. den Astronomen Louis Godin (17044–1760) als Leiter, Charles-Marie de La Condamine (1701–1774) Mathematiker und Astronomen, Pierre Bouguer (1698–1758) als Astronom, Geodät und Physiker sowie Joseph de Jussieu (1704–1779) als Arzt und Botaniker mit einer Expedition via Santo Domingo und Panama in die südamerikanischen Gebiete am Äquator. Später kamen die spanischen Offiziere Jorge Juan (1713–1773) als Mathematiker und Astronom und Antonio de Ulloa (1716–1795) als Mathematiker sowie Pedro Vicente Maldonado (1704–1748) als Kartograph und Universalgelehrter hinzu.

Frankreich 1766–1769: Weltumsegelung

Louis-Antoine de Bougainville (1729–1811) erhielt vom französischen König Ludwig XV. den Auftrag, die Welt zu umsegeln.

Spanien 1769–1770: Hinterland-Expedition

Die kalifornische Küste hatte 1602 Sebastián Vizcaíno kartographiert. Gaspar de Portolá (1716–1784), Gouverneur von Las Californias, plante und leitete die Portolá-Expedition 1769–1770 in das Innere des heutigen Kaliforniens. Sie diente der Erkundung und kartographischen Erfassung dieser Gebiete und damit zur Festlegung spanischer Gebietsansprüche. Die Expedition bestand aus drei Gruppen mit Schiffen und zwei Gruppen mit Maultieren zu Land, insgesamt mehr als 200 Menschen, Seeleute, Köche, Handwerker, Indianer als Dolmetscher, Franziskanermönche, Soldaten, aber auch der Kartograph und Zeichner Miguel Costansó und der 'surgeon' Pedro Prat. Ein Schiff ging bereits bei der Anreise unter; alle anderen Gruppen beklagten zahlreiche Todesfälle, nur wenige überlebten. Drei Tagebücher blieben erhalten. Die Franziskaner gründeten 21 Missionsstationen. Dies war wohl die erste spanische Hinterland-Expedition überhaupt.

Spanien 1789−1794: Malaspina-Expedition

Gebürtig in der Toskana, stand Alessandro Malaspina di Mulazzo (1754–1810) als Navigator in spanischen Diensten. Er leitete zusammen mit José de Bustamante y Guerra (1759-1825) die später nach ihm benannte Malaspina-Expedition mit den Fregatten Descubierta and Atrevida und dem geographischen Hauptziel, die amerikanischen Küsten von Patagonien bis Alaska zu erforschen. Speziell sollte auch der Hinweis auf eine Nordost-Passage überprüft werden, die der spanische Seefahrer Lorenzo Ferrer Maldonado (1557-1625) beschrieben hatte (Relación del descubrimiento del estrecho de Anián, 1588). Daraus wurde zudem eine Weltumsegelung. Politisch sollten die spanischen Überseegebiete durch umfassende Forschungsergebnisse gesichert werden. Sie war auch eine Gegenmaßnahme zur russischen Mulovsky-Expedition, die die Gebiete von Russisch-Amerika hätte erforschen und abgrenzen sollen, jedoch 1787 abgesagt wurde. Damit kennzeichnet diese Expedition auch den Übergang von Entdeckungsfahrten zu Forschungsexpeditionen. Sie wurde begleitet vom Botaniker Luis Née, dem Naturforscher Thaddäus Haenke (1790 bis 1793) und mehreren Expeditionsmalern (siehe dort 1789) unter José del Pozo. Alle Ergebnisse blieben in spanischen Archiven rund 200 Jahr unpubliziert. Mehr dazu siehe die Ausstellungen:

Preußen 1798–1804: Humboldt

Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt (1769–1859) hatte mit Joachim Heinrich Campe einen Hauslehrer, der ein Experte für die Reiseliteratur seiner Zeit war und eigene Reisesammlungen veröffentlichte. Als Erbe eines großen Vermögens, plante, finanzierte und organisierte er seine Expeditionen selbst. Seine amerikanische Forschungsreise 1799–1804 unternahm er gleichwohl mit Aimé Jacques Alexandre Bonpland (1773–1858), sie zerfällt in

Dabei legte er rund 8.000 Kilometer in fünf Jahren zurück, war also sehr gemächlich unterwegs. 1829 bekam er sowohl die Gelegenheit als auch die Unterstützung des Zaren für eine Expedition durch Russland. In weniger als sechs Monatenwurden mehr als 18.000 Kilometer zurückgelegt.

Ausstellungen zu Humboldt, dort auch weitere Literatur:

→ Biographische Literatur zu Humboldt mit Bibliographien
→ Querbezüge zu Humboldt in Ausstellungsliste Expeditionen nach Amerika

Russland 1803−1806: Weltumsegelung

Adam Johann von Krusenstern (1770–1846) segelte als Kapitän des Schiffes Nadeschda um die Welt, 1803−1806, mit ihm segelte auch die Newa unter Juri Lissjanskis. Krusenstern wurde Admiral der russischen Flotte. Mit ihm segelte Wilhelm Gottlieb Tilesius von Tilenau (1769–1857) als Schiffsarzt, Meereszoologe und Expeditionszeichner in der Nachfolge von Kurljandzew.

Synopse

Nation
Konzept Portugal España England Nederlands France Россия Preußen Danmark Austria Italia
Erkundung: Atlantik 1341 1402 1291
1339
Erkundung: Süden/Afrika 1415
1488
Fernhandel
Kompagnien
1444 1484 1551
1600
1609
Ab 1595
1602 VOC
1604
1674
Colbert
1682
BAC
1616−50
Erkundung: Süd/Ostasien 1498
Erkundung: Westen 1492 1497 1523
1534
1603
1473
Weltum-segelung 1584–90 1519–22 1577–80 1598–1601
Van Noort
1766–69 1803–06 1822–24
Mentor
1845–47
Galathea-E.
1857–59 Novara
Landnahme 1585-90 1541 1580
Weltum-rundung 1670-79 1592− 1609 1693−98
Gemelli-Carreri
Expedition (maritim) 1789−94 1703–04 1766–69 1728–43
Expedition (Land) 1768 1603 1720–27 1798
Naturforscher 1789−94 1766–69 1728–43
Vermessung 1735 1728–43

Subsysteme, Begegnungsorte und Figuren

Die Synopse auf Makroebene wird ergänzt durch den Blick auf die Meso- und Mikroebene:

Dark Companion Waldläufer Zwischenhandel
Faktor
Missionar Siedler
Pioniere
Erstkontakte Tradierte Wohnplätze
Kulturaustausch Assimilation
Warenaustausch Handelsplatz
Bekehrung Missionsstation
Landnahme Siedlung

Companhia, Casa & Feitoria

Das Organisationssystem bestand aus miteinander gekoppelten Subsystemen:

Portug. Span. Engl. Niederl. Franz. Russ. Dän. Italien
feitoria factoría factory handelsposten factorie Факто́рия faktori fattoria

Zeitleiste Feitoria nach Gründungsjahr

Name und Ort Lage (Region, Land) Kontinent Gründung Historischer Beleg
1445 Arguim Bucht von Arguim, Mauritanien Afrika Erste befestigte Feitoria außerhalb Europas
1462 Ribeira Grande Insel Santiago, Kap Verde Afrika
1482 São Jorge da Mina Elmina, Ghana Afrika Goldhandel
um 1485 Ugató (=Gwato, =Ughoton) Königreich Benin, Nigeria Afrika Handel mit Sklaven und Pfeffer
1493 São Tomé Insel São Tomé Afrika
1503 Cochin (Kochi) Malabarküste, Indien Asien Erste Feitoria in Asien (Fort Manuel)
1504 Cabo Frio Rio de Janeiro, Brasilien Amerika Erste Feitoria in Brasilien
1505 Sofala Küste von Mosambik Afrika Goldhandel
1505 Kollam (Coulão) Kerala, Indien Asien Pfefferhandel
1507/1515 Hormuz Straße von Hormus, Iran Asien Kontrolle der Schifffahrtsstraße
1510 Goa Konkan-Küste, Indien Asien
1511 Malakka Malaiische Halbinsel, Malaysia Asien Kontrolle der Schifffahrtsstraße
1522 Ternate Molukken, Indonesien Asien Handel mit Gewürznelken
1535 Diu Gujarat, Indien Asien
1557 Macau Kanton-Delta, China Asien
1571 Nagasaki Kyūshū, Japan Asien Handel mit Seide und Silber
1)
Lev Semyonovich Berg (1876–1950)
Открытие Камчатки и экспедиции Беринга 1725—1742. Часть I. Первая экспедиция Беринга к Берингову проливу (1725—1730), ]5]: Online