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Transit

trans 'hinüber' mit lat. īre ‘gehen’; ein Aspekt der Dynamik der intentionalen Fortbewegung im Raum

Im Unterwegs-Sein als Handlungskreis finden sich zwischen Aufbruch und Heimkehr Orte, die durch Ankunft und vorübergehendes Verweilen gekennzeichnet sind: Bahnhof, Gasthof, Flughafen, Haltestelle, Hafen, Herberge, Parkplatz, Rastplatz, Tankstelle … Verschiedene Reiseformen zeigen unterschiedliche Ankunftsorte. Viele setzen technische Möglichkeiten voraus, die es nicht immer schon gab. Keine Flugzeugreise ohne Landeplatz, keine Autoreise ohne Tankstelle und selbst Herbergen und Gasthöfe waren Reisenden nicht immer und überall selbstverständlich verfügbar.

Welche Ankunftsorte gehören also unabdingbar und ursprünglich zum Unterwegs-Sein? Mindestens ist dies ein Platz zum Rasten, Ruhen, Schlafen. Dafür finden sich die alten Begriffe Ablager und die Ausspann. Solche Orte mögen zwar zum Verweilen einladen, doch so willkommen sie am Ende des Tages sind, sie bleiben vorübergehende Durchgangsorte (Transitorte, Unorte, Nicht-Orte, Niemandsorte …).

Dass der Name Ausspann sich in Flur-, Hotel- und Ortsnamen erhalten hat zeigt an, dass er wiederholt und von vielen genutzt wurde. Er wurde Teil einer Infrastruktur mit Dienstleistungen und Ortsansässigen und war an Durchgangsstraßen angebunden. Für die einen war es weiterhin ein Transitort, für die anderen wurde es ein Wohnort.


  • Augé, Marc
    Orte und Nicht-Orte.
    (Non-Lieux. Introduction à une anthropologie, 1992) S. Fischer 1994.
  • Foucault, Michel
    Andere Räume.
    [Des espaces autres, 1967] S. 34–46 in: Barck, Karlheinz u.a. (Hg.): Aisthesis. Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen Ästhetik, Leipzig 1992. Online
  • Schmitt, Christian
    Niemandsorte: Räume der Erinnerung und Erosion bei Cees Nooteboom und Christoph Ransmayr.
    nachbarsprache niederländisch 19.1 (2004) 20-34. Online
  • Peter Sloterdijk
    Im Weltinnenraum des Kapitals: für eine philosophische Theorie der Globalisierung.
    Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2006 S. 43 (»die abwechselnd überlaufenen und ausgestorbenen Niemandsorte, die Transit-Wüsten«)
  • Wilhelmer, Lars\\ Transit-Orte in der Literatur. Eisenbahn – Hotel – Hafen – Flughafen.
    Bielefeld 2015: transcript
  • Schneider, Melanie
    Von der Kunst, Durchgangsorte zu bewohnen.
    Idiorrhythmie und Verkehrssysteme in Sten Nadolnys Netzkarte (1981), Julio Cortázars und Carol Dunlops Autonauten auf der Kosmobahn (1983) und Steven Spielbergs Terminal (2004).
    S. 259-278 in: Bangert, Sarah; Immisch di Padua, Quintus (Hg.): Wie zusammen leben? Idiorrhythmie als narratives Konzept in Literatur und Kultur. Berlin 2025: De Gruyter.
wiki/transit.1780985123.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke

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