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Zeitleiste der Reiseanleitungen des 18. Jahrhunderts

Wenn jemand eine Reise tut,  
So kann er was erzählen;  
Drum nahm ich meinen Stock und Hut  
Und tät das Reisen wählen.
...

14. Und fand es überall wie hier,
Fand überall 'n Sparren,
Die Menschen grade so wie wir,
Und eben solche Narren.

Matthias Claudius 1740-1815
Urians Reise um die Welt in 14 Strophen
ZeitleistenJahrhundert Literaturliste
Reise-anleitungen 15. 16. 17. 18. 19. 20. Kunst des Reisens
Anzahl (Titel) 4 68 226 [226] [154] [145]
Auswertung Ja Ja
Synopse der Zeitleisten und Literaturlisten zu Reiseanleitungen, Reisesammlungen und Itineraren
Apodemik DE 1849
Lüdde: Methodologie
FR 1857
Denis: Manuel
DE 1983
Stagl: Apodemiken
IT 1996
Monga: Taxonomy
GB 2020
Art of Travel
mehr → Bibliographien
Zeitraum 1525−1846 1561−1843 1518−1859 1538−1764 1500−1850
Anzahl Titel 61 125 297 94 183 Schnittmengen

Ab 1700 (57 Titel)

Ab 1725 (41 Titel)

Ab 1750 (46 Titel)

Ab 1775 (82 Titel)

Zielgruppendifferenzierung

Die Nützlichkeit des Reisens zur Bildung der Persönlichkeit, zum Erwerben von Erfahrung und von Weltgewandtheit, zum Studium von Jura, Medizin, Philosophie bildet das Thema der Reiseanleitungen.

Verstärkt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts differenziert sich das Angebot und richtet sich auch auf

Ab 1704: Der reisende Kaufmann (10 Titel)

Ab 1717: Almanach und Kalender

1717 bis 1758 Anonymus
Curieuser Immerwerender Haußhaltungs- Reise- Und Hand-Calender:
1764 Anonymus:
Instructions pour les Voyageurs et les Commercans
1794 Anonymus
Almanach für Reisende

Ab 1721: Instruktionen für Expeditionen und Forschungsreisende (19 Titel)

Expeditionen

Ab 1723: Wandernde Handwerksgesellen (4)

Ab 1729 Praktische Handreichungen (6)

Verifizierungsprobleme

Werner Kroker 3) thematisiert ab S. 52 in Kapitel II (Reisen als der direkte und erfolgreichste Weg) Apodemiken im weiteren Sinne und nutzt dazu als Quellen Koehler/Kinderling 1788 sowie Berchtold (→ Bibliographien zu Apodemiken) und stellt fest, dass ein Großteil der dort aufgeführten Publikationen in Bibliotheken nicht zu beschaffen sei (also vor 1971), unter anderem weil manche Werke nur als Privatdrucke im engeren Kreis verteilt wurden und führt auf:

Ergänzend anzumerken ist, dass die damalige Mode, umfassende Titeleien zu formulieren, kontrastiert mit dem Bemühen, solche Werke möglichst knapp zu zitieren. Dabei spielten weder Wort- noch Buchstabentreue eine große Rolle. Auch übersetzte man den Autorennamen und Titel fremdsprachiger Werke häufig in die eigene Sprache oder man latinisierte sie.


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1)
Die dritte Auflage von 1744–1746 enthält auf der Titelseite den Hinweis „supposed to be written by the celebrated Mr. Locke“, welcher mit Awnsham Churchill befreundet war und diesen in seinem Testament bedachte.
2)
Catalogue d'une belle et intéressante collection de lettres autographes et de documents historiques provenant de feu M. J. Kneppelhout… et de M. J. G. Van Der Schaaff… : La Haye, Van Stochum's antiquariat, 22 et 23 mars 1921
3)
Wege zur Verbreitung technologischer Kenntnisse zwischen England und Deutschland in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Berlin 1971: Duncker & Humblot (=Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, 19