Der Ausdruck »Geflügelte Worte« beschreibt anschaulich, dass eine Redewendung kein definierter terminus technicus ist, sondern dass die dadurch ausgelöste Vorstellung vom festen Boden abhebt und dadurch eine andere Perspektive zulässt, also Metaphern des Unterwegs_Seins in Form von Doppelworten, Zwillingsformeln, Redensarten,Sprichwörtern und anderen Reisebildern,
→ Literaturliste zu Metaphern des Unterwegs-Seins
→ Synopse der Redewendungen
Die Werbung oder die Propaganda bedient sich gerne Geflügelter Worte etwa als Slogan oder Claimer, weil sie inklusiv wirken statt exklusiv: Jeder kann sich sein eigenes Bild hineinwünschen.
Die Metapher vom Geflügelten Wort ist bildverwandt mit den geflügelten Schuhen des Hermes (→ Reisegötter), den Flügeln des Pegasus, dem Flug des Ikarus und der Vorstellung des Reisenden und Wandernden etwa im Norwegischen (der Schwingende vǫnsuðr < Þul Veðra 1 III/1), weil wandernd die Arme um die Achsel schwingen und daraus ein beschwingter Gang folgt.
Daheim bleiben
Raumvorstellungen (21)
→ Liste der Raumvorstellungen
Auch ich in Arkadien.
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Einfaches Leben, →
Liste der Phantasieorte, →
Reiseliteratur
1786 als Motto von
Goethes zweibändiger
Italienische Reise.
Et in Arcadia ego.
Zwei Wanderer betrachten einen Totenkopf, Text in einem Bild von Il Guercino (
Giovanni Francesco Barbieri), 1620.
→ Text- und Bildquellen bei RDK Labor
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Ende Gelände
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Gelobtes Land
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Das Land der Verheißung, lat. terra promissionis
Der Lauf der Gestirne
Raum für alle hat die Erde.
In Friedrich Schillers Gedicht Der Alpenjäger belehrt der Berggeist den Jäger mit den Worten:
»Raum für alle hat die Erde,\ Was verfolgst du meine Herde?«
Das Reich der Toten
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Das Haupt der Welt lat. Caput mundi
→ Beat Wolf 2002
Der Nabel der Welt lat. Umbilicus mundi
→ Beat Wolf 2002
Die vier Welt- oder Himmelsgegenden lat. plagae mundi
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Freiheit (8)
→ Freiheit, Reisefreiheit
Der Duft der großen, weiten Welt.
1958 schuf der Schweizer Fritz Bühler den Claimer der Zigarettenmarke Peter Stuyvesant für die Firma Reemtsma mit Bezug auf Petrus Stuyvesant, den Gouverneur von Nieuw Amsterdam, aus der dann New York wurde.
Der Duft der großen, weiten Welt – Unser Land in den 60ern.
Vierteilige Filmreihe (je 45 Minuten) des WDR 2020/21 über Wirtschaftswunder, Selbstbewusstsein („Wir sind wieder wer!“), Wohlstand (und Autokauf). Der bundesweite Ausbau von
Autobahnen und Bundesstraßen ab 1960 erweiterete den Bewegungsraum. Das Bundesurlaubsgesetz sah ab 1963 bei voller Lohnfortzahlung mindestens 24 Urlaubstage im Jahr für Arbeitnehmer vor. Diese Ausdehnung von
Raum und
Zeit schuf neue
Möglichkeiten des
Unterwegs-Seins.
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Like A Rolling Stone
Lied von Bob Dylan 1965
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Niemand ist eine Insel
John Donne (1572 - 1631), Meditation XVII: Devotions upon Emergent Occasions:
„No man is an island entire of itself; every man/ is a piece of the continent, a part of the main; …“
Freiheit ist ein Segel, prall im Sturm der Sehnsucht, schlaff in der Gewohnheit der Windstille
Hans Kasper (1916-1990), Aphorismen I-III. Düsseldorf 1961−1965: Econ.
Reisende muss man nicht aufhalten
Nach Karl Friedrich Wilhelm Wander 1873 aus Don Quixote, jedoch dort nicht auffindbar.
Visafrei bis nach Hawaii
Visafrei bis Schanghai
Freie Fahrt nach Gießen
Slogans auf Transparenten: Der Ruf nach
Reisefreiheit stand ganz vorn bei den Montagsdemonstrationen in der DDR im Herbst 1989 (siehe auch:
Henley Passport Index)
Aufbruch (17)
→ Aufbruch
Abfahren!
Slogan (Claimer) des Fernreisemobiltreffens
Ab in den Süden!
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Den sicheren Hafen verlassen
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My home is my castle
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Plus ultram. (Latein) im 16. Jh.: plus oultre (franz.), noch weytter
Lateinischer Wappenspruch Karls V. angebracht an den Säulen des Herakles, die seit je als Grenze der bewohnten Welt galten (non plus ultra) mit dem Ozean (`der die Erdscheibe umfließende Weltstrom´) dahinter.
Schön ist es auch anderswo.\ »Warum soll ich nicht beim Gehen\ - Sprach er - in die Ferne sehen?\ Schön ist es auch anderswo,\ Und hier bin ich sowieso.«\ 1882
Wilhelm Busch:
Plisch und Plum
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Freiheit, →
Fernweh, →
Unterwegs-Sein
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Den Staub von den Füßen schütteln
Matthäus 10,14; Apostelgeschichte 13,51
Vogliamo tutto. (ital.)
`Wir wollen alles´
→ Der
Einzelne
Fortbewegung
Fahren (7)
Zu Fuß unterwegs (4)
Rad & Wagen (2)
→ Rad Rad, Wagen
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Wie das Fuhrwerk läuft, sagte der Teufel auf dem Kutschbock, da hatte er einen Mönch und Junker an- und eine Hure vorgespannt.
Klosterspiegel, 43, 21, nach K. F. W. Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexicon
Auf dem Wasser (2)
→ Gewässer
Der Kapitän verlässt das Schiff als Letzter
Stehende Regel in der Seefahrt
Der Lotse geht von Bord
1890 erschien im englischen Satiremagazin Punch eine Karikatur mit dem Titel Dropping the Pilot, die Bismarck beim Verlassen eines Schiffes zeigte und auf seine Entlassung als Kanzler 1890 zielte.
Fliegen (3)
Nur Fliegen ist schöner.
1968 Werbespruch für den Opel GT
→
Automobil
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Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.
1974 Liedzeile von
Reinhard Mey
Lasten tragen (4)
Wege (9)
→ Weg, Pfad, Straße
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Auf dem richtigen Weg sein.
In die Wege leiten.
Mit auf den Weg geben.
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sicut qui mittit lapidem in acervum Mercurii ita qui tribuit insipienti honorem
(Altes Testament, Sprichwörter 26,8) Am acervus mercurii wurden die Beschützer der Wege geehrt und angerufen.
Zwischenraum (5)
→ Zwischenraum
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Back to Earth
Dr. Livingstone, I presume?
Am 10.11.1871 begegnen sich bei Tanganyka der amerikanische Journalist Harry Morton Stanley und der britische Missionar David Livingstone mit diesen Worten.
Pascal Engel
Dr Livingstone, I Presume?
Episteme, Episteme Conference, 18.3 (2021) 477-491. ⟨10.1017/epi.2021.35⟩. ⟨hal-03643984⟩
Online
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Zwischen Skylla und Charybdis
12. Gesang der Odyssee
Hindernisse
→ Krankheit, Notlage, Pannen, Unfall
Auf falscher Fährte.
»Durch diese hohle Gasse muß er kommen. Es führt kein andrer Weg nach Küssnacht.«
Friedrich Schiller: Wilhelm Tell IV, 3. In der Hohlen Gasse von Küssnacht nach Immensee soll Wilhelm Tell 1307 Hermann Gessler erschossen haben, den Landvogt der Habsburger.
Gastfreundschaft (2)
Ein ungebetener Gast kommt Feld und Wald zur Last.
»Der Spruch steht auf einer silbernen Denkmünze. Auf der einen Seite ist eine Heuschrecke abgebildet mit der Unterschrift: »Aus fremden Landen« und der Umschrift: »Ein ungebetner Gast«; auf der Rückseite ein Heuschreckenschwarm mit der Umschrift: »kommt Feld und Wald zur Last.« Darunter 1798.«
K.F.W. Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexicon
Lieber Gast, komm geschwind herein, hast du Geld, so hab' ich guten Wein; hast du keins, so kannst du drüben einkehren, dort ist ein Brunnen mit zwei Röhren.
Spruch an einem Gasthause der Pfalz
Hertz, 52. in: K.F.W. Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexicon
Geleitschaft (2)
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Who pays the
ferryman? `Wer zahlt die Rechnung?´
Gesellschaft (1)
→ Gast, Fremder
Gast und Fremdling
„ein Gast und Fremdling auf dieser Erde“, S. Seite 530 in: Dietrich Bonhoeffer: Illegale Theologenausbildung: Sammelvikariate 1937-1940, Dirk Schulz (Hg.) Werke 15, 1998.
Erfahrung
Ziele erreichen (7)
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Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg.
Diese Redewendung ist weder deutsch noch sehr alt, sondern erscheint zuerst im Englischen 1822 als
»Where there is a will, there is a way«
Woher stammt die Redewendung »Wo ein Wille ist, (da) ist auch ein Weg«?
Der Sprachdienst 6/2017
Jennifer Speake
The Oxford Dictionary of Proverbs
5. Aufl., Oxford: Oxford University Press, 2008, S. 346
Sandreczki, C
Reise nach Mosul und durch Kurdistan nach Urumia
unternommen im Auftrage der Church Missionary Society in London 1850
In brieflichen Mittheilungen aus dem Tagebuche. Steinkopf, 1857, Zweiter Teil S. 45, Fussnote
→ Problemlösung, Orientierung
→ Literaturliste zu Reise-Metaphern
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